Japanisches Puppenfest Hina Matsuri / 雛祭り


Heute am 3. März wird in Japan das Mädchenfest "Hina Matsuri" gefeiert. Dieses Fest wird schon seit der Edo-Zeit gefeiert, gilt aber nicht als offizieller Feiertag.
Hina Matsuri bedeutet "Puppenfest", wird in Japan aber auch oft "Momo no Sekku" (Pfirsichfest) genannt, da zu dieser Zeit die Pfirsichblüten anfangen zu blühen.

An diesem Tag beten die Leute für das Glück, Gesundheit, und Wohlergehen der Mädchen. Familien mit Töchtern stellen meist schon Mitte Februar eine mit rotem Stoff bezogene stufenförmige Plattform (hi-mōsen), die bis zu acht Stufen haben kann, mit traditionell gekleideten Puppen (hina ningyō) auf. Diese sollen ein kaiserliches Paar der Heian-Zeit sammt Hofstaat bei der Hochzeit darstellen und werden in einer bestimmten Reihenfolge aufgestellt. Ganz oben steht das Kaiserpaar, darunter die drei Hofdamen, eine Stufe tiefer fünf Musiker mit ihren Instrumenten, darunter zwei bewaffnete Wächter und schließlich drei Kammerherren. Insgesamt besteht das Set aus 15 Puppen mit dazugehörigen Möbeln und Zubehör.

Da dieses Puppenset aber nicht günstig sind und mehrere 100.000 ¥ kosten kann, werden sie oft innerhalb der Familie weitervererbt. Meist als Geschenk zur Geburt oder zum ersten Geburtstag der Tochter. Viele Familien beschränken sich aber oftmals auch nur auf das Puppenset des Kaiserpaares.

Wie gesagt kommt der Brauch, Puppen auszustellen, aus der Edo-Zeit. Man glaubte, dass die Puppen die bösen Geister und Dämonen in ihrem Körper einschließen und so die Mädchen vor dem Bösen beschütze.
In manchen Regionen Japans gibt es auch noch die Tradition "Nagashi-Bina" (siehe Video unten).  Man lässt dazu Papierpuppen in einem Boot den Fluss hinunter ins Meer treiben, die die bösen Geister dann mitnehmen sollten.

Nach dem 3. März werden die Puppen dann gleich wieder für das nächste Jahr eingepackt. Laut Aberglaube soll ein späteres Wegräumen sonst eine späte Hochzeit der Tochter bedeuten.


Typische Speisen an diesem Tag sind zum Beispiel Hina Arare (Reiscracker in roter, weißer, gelber und grüner Farbe, links zu sehen), Hishi Mochi (diamantförmige dreifarbige Reiskuchen), Chirashi-zushi und Sakura Mochi. Dazu gibt es Shirozake, einen süßen, weißen, alkoholfreien Reiswein zu trinken.




Ein traditionelle Dekoration zu Hina Matsuri ist auch "Tsurushi-Bina" eine Art Mobile an denen verschiedene Figuren hängen, die aus Kimono-Stoffresten (Chirimen) gemacht werden. Diese Figuren sollen auch Glück und Hoffnung symbolisieren.





















Da meine Tochter mit fast 5 Jahren mittlerweile groß genug ist und das ganze auch gut versteht, habe ich ihr für dieses Fest diese Hina Ningyō Püppchen aus Kimono-Stoff und ein Otedama Soffbällchen in Mochiform geschenkt. Diese Sachen habe ich kurz vor Weihnachten bei Chieko Yamamoto erworben und werden jetzt gut in Ehren gehalten.

In diesem Video wird gezeigt, wie man die Plattform aufbaut und dekoriert.

Und das ist das traditionelle Lied zu Hina Matsuri, darin werden die verschiedenen Gegenstände und der Brauch dieses besonderen Festes beschrieben.

Und hier wird gezeigt wie man Nagashi-Bina zelebriert.

Bilder by David WileyKatorisi, Myself

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